S-TB 2027: Trauma und Bindung
Fachkräfte aus psychosozialen Berufen, die Menschen mit Traumafolgen professionell, feinfühlig und auf Augenhöhe begleiten und hinter dem Verhalten einen guten Grund erkennen möchten
15.09.2027
09.00 – 16:15 Uhr
Praxis für Traumafachberatung
Muskauer Str. 8
02906 Niesky
Maike Behn/Andrea Greiner
Sophie Aschenborn
Traumapädagogin und traumzentrierte Fachberaterin (zertifiziert durch DeGPT/FVTP)
130,00 Euro
Einmalig und zu Beginn auf Rechnungslegung zu überweisen.
Beschreibung
Die frühesten Beziehungserfahrungen prägen die Architektur unseres Gehirns. Insbesondere die Ausreifung des präfrontalen Cortex, unsere emotionale Stressregulation und die Art und Weise, wie wir durchs Leben gehen, hängen von guten, frühkindlichen Bindungserfahrungen ab. Eine sichere Bindung schenkt uns ein stabiles Fundament und den Schutzraum, den ein Mensch für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung benötigt.
Wird dieser Schutzraum jedoch durch Vernachlässigung, Grenzverletzungen oder Gewalt erschüttert, entsteht ein Bindungstrauma. Für Betroffene wird Beziehungsnähe fortan oft als hochgefährlich eingestuft. Zudem manifestieren sich frühe Bindungstraumata im Erwachsenenalter nicht selten durch eine lebenslang erhöhte Stressverwundbarkeit, Somatisierung, innere Leere und starre Abwehrmuster.
Dies bringt in der psychosozialen Begleitung komplexe Herausforderungen mit sich: Häufig wird Nähe einerseits zutiefst gesucht, während gleichzeitig abwehrende Schutzstrategien oder Annäherungs-Vermeidungs-Konflikte aktiviert werden, sobald eine tragfähige Beziehung entsteht.
Die Weiterbildung „Trauma und Bindung“ basiert auf den Erkenntnissen der modernen Bindungsforschung sowie Psychotraumatologie und beleuchtet Entstehung, Auswirkungen und therapeutische Konsequenzen von Bindungsverletzungen. Sie lernen, die oft subtilen Signale der verschiedenen Bindungsmuster zu entschlüsseln und Beziehungsangebote so zu gestalten, dass nachhaltige, korrigierende Bindungserfahrungen möglich werden.
Die Kernschwerpunkte der Weiterbildung:
- Vermittlung von praxisnahem Wissen über das Zusammenspiel von mütterlichen Haltangeboten, Bedürfniserfüllung und interaktiver Regulation sowie deren Einfluss auf die Gehirnentwicklung und Affektregulation.
- Vertiefendes Verständnis der vier Hauptbindungsmuster (sicher, unsicher-vermeidend, unsicher-ambivalent, desorganisiert) sowie deren spezifischen Symptomen und Erscheinungsformen im Erwachsenenalter.
- Erkennen der Zusammenhänge zwischen pränatalem Stress, frühkindlicher Vernachlässigung, Identitätsstörungen, Somatisierungstendenzen und komplexen Störungsbildern.
- Erarbeiten von Methoden, um in der Praxis als „sichere Basis“ zu fungieren, verdeckte Hilferufe zu verstehen und Beziehungsangebote behutsam, transparent und feinfühlig an die jeweilige Belastbarkeit der Klienten anzupassen.

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